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Koscherer Wein

… ist ein Herzensanliegen von Andrea Wirsching. Als studierte Historikerin und Christin engagiert sie sich gegen Antisemitismus, als Winzerin pflegt sie engen Kontakt zu einem befreundeten Weingut im Bergland von Galilea/Israel (Weingut Kishor, Israel). Wir sind inzwischen Mitglied bei der TWIN-Winery-Initiative, einem Freundschaftsprojekt, in dem deutsche und israelische Weingüter auf unterschiedlichste Art zusammenarbeiten und gemeinsam ihre Weine präsentieren. Auf einer solchen Reise erzählten zwei Kollegen von der Mosel von der Firma “Gefen Hashalom”, die sie mit zwei jüdischen Freunden aus Trier gegründet hatten. Mit ihrer Hilfe produzierten wir 2016 unseren ersten koscheren Silvaner.


> Sendung des Bayerischen Rundfunk über unseren koscheren Silvaner (“Wir in Bayern”, 19.10.21):

 

Nach dem Erfolg dieser ersten Produktion starten wir jetzt eine neue Auflage, die bereits zum größten Teil vorab verkauft ist und ab April 2022 auch in begrenzter Anzahl (6 Flaschen pro Bestellung) in unseren Shop kommen wird.


Was ist eigentlich koscherer Wein?
Ein Wein gilt dann als koscher, wenn er das jüdische Reinheitsgebot einhält. Zunächst muss der Weinberg mindestens 4 Jahre alt sein. Dann werden alle Gerätschaften zusätzlich mehrmals gereinigt, es kommen keine tierischen Produkte zum Einsatz und es dürfen nur orthodoxe Juden in Kontakt mit dem Traubensaft kommen. Für uns bedeutet das, dass wir lediglich Anweisungen aus der Ferne geben (z.B. per Telefon) und nicht in die Herstellung des Weines eingreifen. Die tatsächliche Arbeit übernehmen zwei Rabbiner. Sie fahren mit auf dem Vollernter, laden die Trauben aus dem Wagen in die Kelter und pumpen den Traubensaft in die Fässer. In diesem Fall sind es Edelstahltanks, die  versiegelt werden, bis sie zurückkehren, um den Abstrich und die Filtration zu erledigen. In diesem Jahr übernahmen Rabbi Mendel Edelmann aus Luxemburg und Rabbi Shlomo Bistritzky aus Hamburg diese Aufgaben. Rabbi Edelmann bezieht seine Wein-Erfahrungen aus seiner Arbeit in Frankreich. Rabbi Bistritzky kümmert sich neben seiner Leitung der Hamburger Gemeinde um koschere Lebensmittelproduktion und ist auch dadurch mit dem Umgang Filtern und Pumpen vertraut.


Unser Wein wird im Gegensatz zu den meisten koscheren Weinen NICHT erhitzt, d.h. er ist nicht “mevuschal”. Aber durch die Einhaltung der strengsten Regeln des Reinheitsgebots darf er sogar am Pessach, dem höchsten jüdischen Feiertag, ausgeschenkt werden.

 

>> Weitere Themen des Herbst-Newsletters

 

Oenologe Dr. Klaus-Peter Heigel, Rabbi Shlomo Bistritzky, Rabbi Mendel Edelmann und Andrea Wirsching.

 

Titelfoto oben: David Holifield